Kriegerdenkmal
   
für die Aderstedter Soldaten, die am deutschösterreichischen Kriege 1866 und am deutschfranzösischen Kriege 1870/71 teilgenommen haben Wie die Chronik berichtet, ist in dem Kriege mit Österreich 1866 nur ein Aderstedter gefallen, Johann Christoph Dörge waren in der Schlacht die Augen ausgeschossen worden, woran er gestorben ist. Von den Aderstedter Teilnehmern am deutschfranzösischen Kriege 1870/71 sind alle wohlbehalten in die Heimat zurückgekehrt. Der große Stein (Findling) , woraus das Denkmal angefertigt ist, lag vorher seit undenklicher Zeit an dieser Stelle des Dorfes platt auf der Erde. Die Sage berichtet ein Riese habe ihm im Schuh gehabt, aber ihn hier ausgeschüttet, bevor er über das Bruch ging. Dieser Stein soll in vorchristlicher Zeit ein germanischer Opferstein für die Göttin Saga (Freya) gewesen sein. Man nannte ihn den Zegenstein (Zeugenstein) oder Sögenstein. Dieser Sögenstein soll bei unseren germanischen Vorfahren auch bei Gerichtsverhandlungen eine Rolle gespielt haben.
 

Wenn die Richter einen Missetäter zum Tode verurteilt hatten, so soll er von dem Scharfrichter dreimal gegen diesen Stein gestoßen worden sein.

Dabei soll der Scharfrichter folgende Worte gesprochen haben:


„Wir stüßen dich an den blauen Stein du küß dinger Vader un Moder nid nie heim“
(„Wir stoßen dich an den blauen Stein, du kommst zu deinem Vater und deiner Mutter nicht mehr zurück“)


Weil an dem Stein das Blut von Verbrechern und Mördern gefordert wurde, wurde dieser Stein im Volksmund auch „Blautstein“ (hochdeutsch „Blutstein“) genannt. Aus dem Namen „Blautstein“ bildete sich schließlich der Name „Blutstein“. Erst 1874 ist dieser Sögenstein bzw. Blautstein, der ursprünglich erheblich größer gewesen sein soll, zur Errichtung eines Kriegesdenkmals für die Teilnehmer an den Kriegen von 1866 und 1870/71 verwendet worden.